Herstellung von Fensterfolien
In ihrer einfachsten Form besteht eine Fensterfolie aus einem Polyester-Trägermaterial, auf dessen einer Seite eine kratzfeste Beschichtung aufgebracht ist; auf der anderen Seite befinden sich eine Klebeschicht und eine Schutzfolie. Nach dem Abziehen der Schutzfolie wird die mit Klebstoff versehene Seite der Folie auf die Glasoberfläche aufgebracht. Alle Komponenten müssen eine hohe optische Qualität aufweisen, um eine unverzerrte Sicht durch das Glas und die Folie zu gewährleisten. Eine Standard-Fensterfolie kann aus acht Schichten bestehen und bis zu sieben Fertigungsschritte durchlaufen.
Komponenten
Die Leistungsfähigkeit und Haltbarkeit von Fensterfolien hängt von der Art und Qualität der in der Folie verwendeten Komponenten sowie von deren Aufbau ab. Zu den wesentlichen Komponenten gehören:
- Schutzfolie: Eine Folie, meist aus Polyester, die dazu dient, den Klebstoff abzudecken und ihn vor der Anbringung vor Verunreinigungen zu schützen.
- Klebstoff: Hochwertige, verformungsarme oder verformungsfreie Klebstoffe, die die Polyesterfolie auf Glas haften lassen; die für den Einsatz im Automobilbereich verwendeten Typen behalten ihre hohe Haftkraft auch auf doppelt gewölbtem Glas bei.
- Polyesterfolie: Eine robuste, hochtransparente und hochwertige Kunststofffolie – zur Herstellung einer mehrschichtigen Struktur können mehrere Lagen mit einem Laminierkleber verwendet werden.
- Kratzfeste Beschichtung: Eine harte Acrylbeschichtung, die das Polyester vor Kratzern und Abrieb schützt.
- Um die gewünschten spezifischen Eigenschaften zu erzielen, werden Farbstoffe, Metalle, Legierungen und UV-Inhibitorenzugesetzt.
Alle Komponenten müssen eine hohe optische Qualität aufweisen, um eine unverzerrte Sicht durch Glas und Folie zu gewährleisten.
Abbildung 1 zeigt ein Muster einer mehrschichtigen Fensterfolie, das mehrere Fertigungsschritte durchlaufen hat; hinzu kommen noch die Qualitätskontrolle der Rohstoffe, die Herstellung und die Endkontrolle des Endprodukts.
Fertigung
Um eine hohe Qualität zu gewährleisten, sind äußerst präzise Verfahren erforderlich. Dazu gehören:
Beschichtung (Abbildung 1): Klebstoffe und kratzfeste Beschichtungen werden aus einem Behälter auf eine Walze übertragen und anschließend auf die Oberfläche des Polyesters aufgerollt.
Laminieren: Eine mit Klebstoff beschichtete Folie wird auf eine zweite, unbeschichtete Folie aufgebracht, wobei die beiden Folien mithilfe eines Walzensystems miteinander verpresst werden.
Metallisierung (Abbildung 2): Polyesterfolie wird in einer großen Metallvakuumkammer um eine wassergekühlte Walze gewickelt. Metall – in der Regel Aluminium – wird auf die kalte Oberfläche der Folie aufgedampft.
Sputtern (Abbildung 3): Unter Verwendung ähnlicher Anlagen wird ein Target aus Metall oder einer Legierung mit positiven Ionen beschossen, um Metallatome aus dem Target herauszuschlagen (zu sputtern) und auf die kalte Folienoberfläche zu befördern. Eine größere Anzahl verschiedener Metalle und Legierungen kann gesputtert werden, und einige, wie beispielsweise Nickel, weisen zudem eine zusätzliche Korrosionsbeständigkeit auf. Dieser Prozess ist langsamer, aber präziser als das Metallisieren.
Einfärbung (Abbildung 4): Die Einfärbung von Fensterfolien kann auf verschiedene Weise erfolgen. Der Klebstoff kann vor dem Auftragen auf die Folie eingefärbt werden, oder eine Laminierungsschicht kann eingefärbt werden. Farbstoffe oder Pigmente können verwendet werden, um die eigentliche Polyester-Basisfolie nach ihrer Herstellung oder während des Extrusionsprozesses selbst einzufärben. Der Hersteller einer bestimmten Folie kann den bei ihrer Herstellung verwendeten Prozess sowie die Gründe, Verwendungszwecke und Vorteile erläutern.
Abbildung 2: Metallisierung von Polyesterfolie (PET)
Abbildung 3: Sputtern von Polyesterfolie (PET)
Abbildung 4: Tiefenfärbung von Polyesterfolie – die fertige Folie muss ein Produkt mit hoher Transparenz und geringer Verzerrung sein
